Schröpfkopfbehandlung

Geschichte der Schröpfkopfbehandlung

Sobald der Mensch begann, sich seines Körpers bewußt zu werden und über sich selbst nachzudenken, versuchte er, das was ihn bedrückte, (das Üble), aus sich heraus zu schaffen.

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Wenn sich dies Übel als Verhärtung an der Körperoberfläche, als Furunkel,

Schwellung oder schmerzhafte Entzündung geäußert hatte, so lag nichts näher, als an dieser Stelle einfach eine Öffnung zu machen, um dem Üblen einen Ausweg zu bahnen.

Historiker fanden dafür Nachweise in der frühesten Heilkunst der Menschheit.

Die Beobachtung, daß beim Öffnen schmerzhaft veränderter Stellen am Körper eine Linderung, oder Heilung mancher Beschwerden zu erzielen war, führte zu verfeinerten Praktiken.

Zuerst wurde das Steinmesser zur Skarifikation und der Mund zum Saugen verwendet.

Später ersetzte man den Mund durch hohle Tierhörner, die man durch Saugen evakuierte, dann nahm man Kalebassen und noch später Glaskugeln.

Das erste, historisch belegte Zeugnis für die ärztliche Verwendung des Schröpfkopfes, in Form eines Arztsiegels, stammt aus der Zeit um 3300 v. Chr. aus Mesopotamien.

Aber auch in Ägypten fand man ein Papyrus aus der Zeit um 2200 v. Chr. auf dem das Schröpfen aufgezeichnet war.

In Griechenland hieß der Gott des Schröpfens Telesporus und war ein Sohn des Asklepios. Der Schröpfkopf galt dort als das Wahrzeichen bekannter Ärzte. Hippokrates gab eine genaue Anweisung des Schröpfens und eine theoretische Begründung des Verfahrens heraus.

  • Zu Zeiten Celsus (30 vor bis 38 n. Chr.) lag die Schröpfkunst in den Händen heilkundiger Laien.
  • Galenus hebt dann die Wirkung der Schröpfung auf vom Schröpfort entfernte Körperabschnitte hervor.
  • Arabische Ärzte wie Abul Kasim beschrieben das Schröpfen wie später die Heilschulen von Salem und Bologna.
  • Das „blutige Handwerk“ wurde damals in den Händen von Badern und Feldschern delegiert. Sie brachten aber diesen Zweig der Medizin durch Übermaß und alleinige Verwendung in Verruf.
  • Paracelsus (1493 — 1541) stand deshalb dem Schröpfen nicht mehr positiv gegenüber. Aber er prägte den Satz:
  • Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, hat sie schädliche Stoffe angehäuft und will sie ausleeren. Ist die Natur nicht imstande, diesen Vorsatz selbst auszuführen, muß der Arzt eine künstliche Öffnung direkt an der kranken Stelle schaffen und so Schmerz und Krankheit rasch heilen.“

Im 16. Jahrhundert erlebte das Schröpfen wieder einen Aufschwung. Durch Ärzte wie Fallopio, Vidius und Dalacroce wurde das Schröpfen in Italien, Frankreich, England und Deutschland wieder häufiger durchgeführt.schroepfen_bader_kalender_blaubierer

  • und 19. Jahrhundert ragt Wilhelm Hufeland hervor, der das Schröpfen ein „ sehr wirksames, jetzt zu sehr vernachlässigtes Hautreinigungsmittel“ nennt, dessen Wirkung „teils in der Entfernung, stockender und krankhafter Säfte zu liegen scheint“.

Er behandelte damit Krankheiten der Augen, Ohren, die Pleuritis, die Perikarditis, die Angina, die Hepatitis, den Lumbago sowie verschiedene andere.

  • und 20. Jahrhundert war das Schröpfen überall in der alten Welt verbreitet.

In Finnland wurde das Schröpfen nach der Sauna mit Kuhhörner betrieben, im Rußlandfeldzug wurde von Heimkehrern beschrieben, daß diese Methode von den einheimischen Ärzten durchgeführt wurde.

Im späten 19. und 20 Jahrhundert geriet die Methode dann in die Hände von Laientherapeuten, da das Interesse zu dieser Zeit mehr der klinisch- chemischen Forschung galt und nicht mehr der Selbstheilung durch die Natur und der humoralen Medizin.

Erst Bernhard Aschner verwies 1928 in seinem Buch „ Die Krise der Medizin“ auf diese Heilmethode.

Bernhard Aschner schwebte vor, daß die Heilkunst und Medizin sich wieder vereinigen.

  • Damit steht er am Beginn einer möglichen Wende in der Krise und wir haben die wunderbare Möglichkeit ein Teil diese Wende aus dieser medizinischen Krise zu sein.

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